Warum wir am Besuchermanagement weiterbauen, seit 2022
Warum wir ein Besuchermanagement weiterentwickeln, das längst funktioniert
Der Empfang meldet sich selten, wenn alles läuft. Er meldet sich, wenn ein Gast davorsteht, der Termin in zwei Minuten beginnt und eine Kleinigkeit fehlt: der Ausweis, die E-Mail mit dem QR-Code, die Information, in welchen Raum der Besuch soll.
Solche Momente entscheiden darüber, wie ein Besuchermanagement im Alltag wahrgenommen wird — nicht die Funktionsliste im Angebot. Die Neuerungen, die 2026 in Besuchermanagement 365 eingeflossen sind, drehen sich fast alle um genau solche Momente.
Keine davon ist eine große neue Funktion. Es sind sieben kleine Dinge, die jeweils einen Schritt am Empfang wegnehmen. Dieser Beitrag zeigt, welche das sind, welche Situation dahintersteckt — und warum wir das für die richtige Art halten, ein Produkt weiterzuentwickeln, das seit 2022 im Einsatz ist.
Wenn der Besucher schon davorsteht
Zwei der diesjährigen Neuerungen betreffen denselben Moment: Der Gast steht am Terminal, und das, was er zum Anmelden oder Abmelden braucht, liegt in einem Postfach.
Typische Situation: Ein Besucher will nach dem Termin das Haus verlassen und sich selbst abmelden. Der QR-Code, mit dem das am Terminal funktioniert, kam vor zwei Tagen per E-Mail — auf dem Handy, unter dreißig anderen Nachrichten. Also sucht er, oder er geht zum Empfang, oder er meldet sich gar nicht ab.
Seit 2026 lässt sich der QR-Code für die Selbstanmeldung mit auf den Besucherausweis drucken. Damit ist der Ausweis, den der Gast ohnehin sichtbar trägt, selbst der Schlüssel: An- und Abmeldung am Terminal funktionieren ohne Postfach und ohne Empfangskraft. Den Ausweis nachträglich oder erneut aus dem Besucherprofil zu drucken, war schon immer möglich — neu ist, was jetzt darauf stehen kann.
Besonders bei der Abmeldung macht das einen Unterschied. Sie ist der Schritt, der im Alltag am häufigsten vergessen wird, und damit genau der Schritt, der die Anwesenheitsliste unbrauchbar macht.
Typische Situation: Die Einladungsmail mit dem QR-Code ist beim Besucher nicht angekommen oder nicht mehr auffindbar. Oder der Termin hat sich verschoben, und der Gast weiß davon nichts. Bisher blieb in solchen Fällen nur, den Eintrag anzufassen oder neu anzulegen.
Jetzt gibt es im Besucherprofil einen Button, der den QR-Code oder die aktualisierten Termininformationen erneut versendet — für einmalige Besucher genauso wie für wiederkehrende. Der Eintrag selbst bleibt unberührt.
Beides sind Kleinigkeiten, und wir behaupten nichts anderes. Der Unterschied ist, dass am Empfang niemand improvisieren muss, während der Gast daneben wartet.
Wenn derselbe Besucher jeden Tag kommt
Typische Situation: Ein Monteur ist drei Wochen lang täglich im Haus und meldet sich morgens selbst am Terminal an. Jedes Mal geht automatisch eine Nachricht per E-Mail oder Teams an den einladenden Mitarbeiter, damit er weiß, wer im Haus ist. Nach drei Wochen sind das fünfzehn Nachrichten mit demselben Inhalt.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine sinnvolle Funktion im Sonderfall zum Ärgernis wird. Bei einem Besuch, den man einmal im Quartal erwartet, ist diese Nachricht genau die Information, die man haben will — sie ersetzt den Anruf vom Empfang. Bei einem Dauerbesucher ist sie Rauschen.
Und Rauschen ist heikler als eine fehlende Nachricht: Wer fünfzehn gleiche Meldungen bekommt, sieht die sechzehnte nicht mehr an — auch dann nicht, wenn diesmal jemand anderes vor der Tür steht.
Deshalb lässt sich diese Benachrichtigung jetzt abschalten. Für reguläre Besuche bleibt sie unverändert erhalten.
Wenn eine Notiz in die falschen Augen fällt
Ein Freitextfeld für Notizen zum Besuch ist praktisch — und heikel. In der Praxis landet dort beides: Hinweise für die eigenen Leute und Informationen für den Gast. „Bitte im Konferenzraum warten” ist für den Besucher gedacht. „Kommt immer zwanzig Minuten zu früh” ist es nicht.
Seit 2026 sind daraus zwei Felder geworden: eine interne Notiz, die nur Ihre Mitarbeiter sehen, und eine externe Notiz, die an den Besucher kommuniziert wird. Damit ist die Trennung nicht mehr eine Frage der Disziplin, sondern eine Frage des Feldes.
Für Bestandskunden ist ein Detail dabei wichtig: Bestehende Notizen gehen nicht verloren, sie finden sich nach dem Update in der externen Notiz wieder. Wer bisher interne Hinweise in dieses Feld geschrieben hat, sollte den Bestand deshalb einmal durchgehen und Interna in das neue Feld verschieben.
Dahinter steht mehr als Bequemlichkeit. Besucherdaten sind personenbezogene Daten, und Datensparsamkeit heißt auch, dass eine Person nur das über sich erfährt, was für sie bestimmt ist. Ein zweites Feld ist dafür die einfachste denkbare technische Antwort — und einfache Antworten halten länger als Schulungen zur richtigen Feldnutzung.
Wenn der Besuch drei Monate zurückliegt
Typische Situation: Im September fragt jemand, wer im Mai bei der Abnahme dabei war. Der Anlass kann ein Auditor sein, eine Zollprüfung, ein Schadensfall oder einfach die eigene Nachvollziehbarkeit. Die Suche in der App war bisher an das aktive Zeitfenster gebunden.
Sie durchsucht jetzt alle Besuche, ob sie in der Vergangenheit oder in der Zukunft liegen. Wird das Suchfeld wieder geleert, greifen automatisch die gewohnten Filter wie „Heute” oder „Besuche der nächsten Tage” — die Suche ersetzt die Alltagsansicht also nicht, sie tritt nur daneben.
Dazu kommen zwei Korrekturen, die niemand als Feature verkaufen würde: Bei Anhängen wird die Dateigröße direkt angezeigt, was vor dem Versand hilft. Und bei der Abholung von Besuchern stehen Abholzeitpunkt und Uhrzeit jetzt an der richtigen Stelle und in der richtigen Form.
Was diese Updates gemeinsam haben
Ein QR-Code auf dem Ausweis. Ein Wiederholen-Button. Ein zweites Notizfeld. Ein Schalter für weniger Nachrichten. Eine Suche ohne Zeitgrenze. Zwei Korrekturen an der Darstellung.
Keine dieser Änderungen würde eine Pressemitteilung tragen. Zusammen nehmen sie an sieben Stellen je einen Schritt aus dem Empfangsalltag — und das ist die Art von Fortschritt, die man erst nach einem halben Jahr bemerkt, weil eine Frage nicht mehr gestellt wird.
Wir halten das für den ehrlicheren Weg, ein Produkt zu pflegen, das in Unternehmen läuft. Es ist wie im Training: Der Fortschritt kommt nicht aus dem einen großen Versuch, sondern daraus, jede Woche ein kleines Stück mehr zu schaffen — und nichts von dem zu verlieren, was schon geht.
Dieser Ansatz hat einen Nachteil, den wir nicht wegreden wollen: Kleine Updates gewinnen keine Ausschreibung. In einem Vergleichsraster gewinnt das System mit der längeren Funktionsliste, nicht das mit der besseren Pflege. Wer ein digitales Besuchermanagement evaluiert, muss die Update-Historie deshalb aktiv suchen — im Datenblatt steht sie nicht. Bei B365 ist sie öffentlich, Jahr für Jahr seit 2022, im Blog zum Produkt.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert mit unseren bestehenden Notizen?
Sie bleiben erhalten und liegen nach dem Update in der externen Notiz. Prüfen Sie den Bestand einmal darauf, ob interne Hinweise darin stehen, die in das neue interne Feld gehören.
Müssen wir etwas tun, damit die neuen Funktionen verfügbar sind?
Sprechen Sie uns an, dann spielen wir das Update ein. Updates kommen nicht automatisch über Nacht — das ist Absicht, weil wir Änderungen an einem System, das am Empfang im Betrieb ist, mit Ihnen abstimmen wollen. Sie erhalten dafür ein Angebot, das wir auf Ihre Umgebung zuschneiden; wie aufwendig ein Update ist, hängt von Ihrer Installation ab, etwa von der Zahl der Niederlassungen. Ein kurzer Hinweis über unser Kontaktformular genügt.
Können wir B365 selbst erweitern?
Ja. Besuchermanagement 365 setzt auf Microsoft 365, SharePoint und die Power Platform auf. Wer im Haus Kenntnisse in Power Automate und Power Apps hat, kann eigene Workflows und Anpassungen ergänzen, ohne dass wir dafür Schnittstellen bauen müssen.
Fazit: Kleine Updates, weniger Reibung
Ein Besuchermanagement wird nicht daran gemessen, was es alles kann, sondern daran, wie oft der Empfang improvisieren muss. Die Neuerungen 2026 sind deshalb bewusst klein: ein Ausweis, der den QR-Code gleich mitbringt, ein QR-Code, der sich erneut senden lässt, Notizen, die nicht in die falschen Augen fallen, und ein Postfach, das nicht zuläuft.
Solche Verbesserungen entstehen nicht am Reißbrett, sondern aus dem Betrieb. Wenn Sie B365 einsetzen und eine Stelle kennen, an der es weiter hakt: Sagen Sie es uns — genau daraus wird die Liste für 2027.
Sie wollen die neuen Funktionen einmal in Ruhe sehen? In einer Online-Demo zeigen wir Ihnen Besuchermanagement 365 im Detail, oder sprechen Sie uns direkt an.
Über den Autor
Manuel Pieke ist Geschäftsführer der anouri GmbH, Software Architekt und Experte für Microsoft 365, Azure und Digitalisierung.
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